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Übergewicht bei Hund und Katze: Wann ist mein Tier zu dick?

Übergewicht beim Hund oder auch der Katze wird zu oft nicht ernst genommen, obwohl es viele gesundheitliche Probleme mit sich bringt. Und das betrifft in Deutschland ca. 50 % unserer Haustiere. Wir erläutern: Wie erkenne ich Übergewicht, welche gesundheitlichen Probleme entstehen und wie kann ich ein Abnehm-Programm starten.

"Ist doch nur Fell!"
Meistens leider nicht.

Übergewicht wird oft unterschätzt. Daher müssen wir es so deutlich sagen: Übergewicht ist die häufigste ernährungsbedingte Erkrankung unserer Haustiere. Nach wissenschaftlichen Studien sind bis zu 65 % der in Deutschland lebenden Hunde und Katzen übergewichtig, Katzen sind öfter betroffen als Hunde. Doch das ist den liebevollen Frauchen und Herrchen gar nicht bewusst. Zudem wissen zu wenig Tierhalter, welche schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen Übergewicht haben kann. Neben Gelenkproblemen und Diabetes verkürzt Übergewicht das Hundeleben bei kleinen Rassen um bis zu drei Jahre.

Wir erläutern alle Probleme, welches Verhalten meistens für Übergewicht verantwortlich ist und haben Abnehm-Tipps.

Übergewicht beim Haustier erkennen

So ganz genau weiß das der Tierarzt. Doch es gibt einfache Methoden, um ein Gefühl zu bekommen, ob der Liebling übergewichtig sein kann oder nicht. Ganz einfach ist das Tasten der Rippen. Die Rippen sollten leicht fühlbar sein. Und wenn man das Tier von oben betrachtet, sollte eine Taille erkennbar sein. Die Bauchlinie ist nach oben gezogen. Das alles heißt: das Gewicht passt. Bei Übergewicht sind die Rippen nur durch eine Fettschicht tastbar und die Taille ist schwer zu definieren. Bei schwerem Übergewicht sind keine Rippen, keine Taille und auch keine Bauchlinie mehr erkennbar. Das gilt jeweils für Hunde und Katzen. Auch Tierärzte orientieren sich an dem mehrstufigen Body Condition Score, der sich auf sichtbare Kriterien stützt.

Grafik: Übergewicht beim Hund

Demnach sind bei Idealgewicht die Rippen leicht tastbar unter einer minimalen Fettabdeckung. Von oben betrachtet ist die Taille deutlich zu erkennen und von der Seite betrachtet sieht man eine zu den Hinterläufen hin leicht aufsteigende Bauchlinie. Wenn Ihr Liebling mehr Fett auf den Rippen hat, dann ist das nicht nur ein kleiner Schönheitsfehler, sondern tatsächlich ein gesundheitliches Problem, wie beim Menschen auch.

Gesundheitsrisiken von Übergewicht

Übergewicht bei Haustieren kann zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen. Dazu gehören:

  1. Gelenkprobleme: Übergewicht belastet die Gelenke von Hunden und Katzen zusätzlich, was zu Arthritis und anderen Gelenkproblemen führen kann. Doch es geht noch weiter. Infolge der Gelenkschmerzen bewegen sich Hunde und Katzen (noch) weniger. Bei Katzen kann es vorkommen, dass sie nicht so gerne auf die Katzentoilette gehen, weil diese vielleicht eng ist oder sie springen müssen. Daher behalten sie den konzentrierten Harn in der Blase, so können sich Harnsteine bilden. Zudem muss man immer die genetische Vergangenheit im Hinterkopf behalten: Hunde und Katzen zeigen kaum Schmerzen, erst wenn es wirklich fast zu spät ist, denn Schwäche zu zeigen, kann sich ein Wildtier nicht erlauben.
  2. Diabetes: Durch Übergewicht haben die Lieblinge ein erhöhtes Risiko für eine Insulinresistenz, was zu einer Diabetes-Erkrankung führt. Diese muss ein Leben lang medizinisch behandelt werden.
  3. Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Übergewicht belastet das Herz-Kreislauf-System und erhöht das Risiko für Herzkrankheiten und Bluthochdruck.
  4. Weitere Probleme:
    • Atemprobleme: Übergewichtige Tiere können Schwierigkeiten haben zu atmen, was besonders bei Hitze oder Anstrengung gefährlich sein kann.
    • Hitzeintoleranz: Übergewicht führt dazu, dass die Tiere Hitze schlechter bewältigen können, was besonders im Sommer belastend ist.
    • Fettleber: Besonders bei Katzen kann das Übermaß an Fett die Leber beeinträchtigen. Das kann sogar lebensgefährlich werden. Wenn Katzen plötzlich für einige Tage nicht fressen (wie z. B. bei einem Klinikaufenthalt oder wenn sie versehentlich eingesperrt werden), dann möchte der Körper Fettreserven aktivieren, kann das aber nicht aufgrund der Erkrankung.

Was tun, wenn das Haustier Übergewicht hat?

Die Gründe für Übergewicht sind eigentlich ganz einfach zu erklären, aber genauso schwer abzustellen. Sie haben es in der Hand:

Meistens sind das Problem die zusätzlichen Leckerlis, die nicht von der Gesamtfuttermenge abgezogen werden, sondern obendrauf kommen. Es sind zwar immer nur ein paar Häppchen – aber diese sind meist sehr energiereich (energiereicher als Nassfutter)! Oder es ist sogar die fette Leberwurst, in der die Tabletten versteckt werden oder die Leckerli zum Training, auch die Reste vom Pizzarand oder das Stückchen Käse. Alles kalorienreiche Leckerbissen. Kommt dazu noch wenig Bewegung, um die Leckerchen wieder abzutrainieren, werden die Energiereserven als Fettpölsterchen angelegt, wie beim Menschen auch.

Auch die Kastration ist bei Hund und Katze, bei Weibchen und Rüden ein Auslöser für Übergewicht. Durch die Hormonumstellung wird der Grundumsatz um ca. 20 % gesenkt, oft wird aber die Ernährung nicht darauf angepasst.

Problem erkannt, Problem gebannt!
Unser einfacher 5-Punkte-Plan:

Wenn alle brav mitmachen, gibt es Möglichkeiten, das Übergewicht bei unseren Lieblingen zu reduzieren, damit sie ein angenehmeres Leben haben. Und vorab: FDH ("Friss die Hälfte") ist kein guter Weg, da hier auch die Nährstoffe halbiert werden.

  1. Ernährung: Stelle sicher, dass Dein Haustier eine ausgewogene Ernährung erhält, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wie z. B. mit unseren Nassfutter-Menüs bestehend aus 50 % Fleisch und 50 % feinen Zutaten in Bio-Qualität.
  2. Leckerlis: Vermeide übermäßige Leckerlis und achte auf die Gesamt-Tagesration. Sieh Dir Deine Lieblingsleckerlis genau an, prüfe den Energiegehalt und zieh die Energiemenge von der Tagesration ab. Vielleicht eignet sich statt eines Leckerlis auch mal eine Karotte oder ein Stück Apfel?
  3. Mehr Bewegung: Ganz einfach wie beim Menschen auch: Man nimmt ab, wenn man mehr Kalorien verbraucht, als man zu sich nimmt. Also hilft mehr Bewegung beim Abnehmen. Beim Hund ist das ja einfach: Längere Spazierrunden, mehr Bällchenwerfen, aber nicht gleich Agility, weil das die Gelenke vielleicht nicht mitmachen möchten. Bei Katzen: mehr spielen, angeln, clickern.
  4. Abnehmen mit Maß und Waage: Leider passen Augenmaß und Abnehmen nicht gut zusammen. Daher ist es besser, sich an exakte Mengen zu halten und diese abzumessen. Fürs Abnehmen ist meistens Nassfutter besser geeignet, da die Portionsmengen größer sind und Flüssigkeit enthalten. Zum Abnehmen eignen sich unsere speziellen Nassfutter-Light-Sorten mit „Bio-Pute mit Zucchini und Apfel“ oder „Wild mit Kürbis und Quinoa“, aber auch unsere mageren Bestseller aus der sensiblen Kategorie wie „Ziege mit Roter Bete“ oder „Kaninchen mit Reisflocken“. Extra-Tipp: Auch unser Bio-Veggie-Menü mit Süßlupine punktet mit nur 2,67 % Rohfett. Gerne ausprobieren.
  5. Regelmäßig zum Tierarzt: Besuche beim Tierarzt sind wichtig, um das Gewicht Deines Haustiers regelmäßig im Auge zu behalten und eventuelle gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Abnehmen leicht gemacht:
Unsere Selection Light Nassfutter in Bio-Qualität!

herzen mit pfötchen

Wir lieben unsere Fellnasen! Daher ist es wichtig, Übergewicht bei unseren Lieblingen ernst zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen, um es zu bekämpfen. Durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen können wir dafür sorgen, dass unsere Fellfreunde ein langes, glückliches und gesundes Leben führen.


Quellen:

  • Becker N, Dillitzer N, Sauter-Louis C, Kienzle E (2012): Fütterung von Hunden und Katzen in Deutschland. Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 40: 391–397. DOI 10.1055/s-0038-1623670.
  • German AJ (2006): The growing problem of obesity in dogs and cats. J Nutr 136: 1940S–1946S. DOI 10.1093/jn/136.7.1940S.
  • Kölle P et al.: Adipositas bei Hund und Katze – ein unterschätztes Tierschutzproblem. In: der Praktische Tierarzt, 02.01.23, Artikel auf vetline.de
  • Laflamme DP (2006): Understanding and managing obesity in dogs and cats. Vet Clin North Am Small Anim Pract 36: 1283–1295, vii. DOI 10.1016/j.cvsm.2006.08.005.
  • Linder DE, Mueller M (2014): Pet obesity management: beyond nutrition. Vet Clin North Am Small Anim Pract 44: 789–806, vii. DOI 10.1016/j.cvsm.2014.03.004.